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Triesen · Liechtenstein · Vögel & Natur

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Triesen –
Zwischen Rhein und Alpen

Triesen liegt im Süden Liechtensteins, eingebettet zwischen dem Rheintal und den steilen Flanken der Alpen. Die Gemeinde zählt zu den flächenmässig grössten des Fürstentums und bietet eine ausserordentliche Vielfalt an Naturräumen.

Von den feuchten Rheinauen im Westen bis zu den alpinen Mähwiesen im Osten erstreckt sich ein Mosaik aus Lebensräumen, das einer grossen Artenvielfalt an Vögeln, Insekten und Pflanzen Heimat bietet.

Das milde Klima der Tallage, kombiniert mit der Nähe zu unberührten Bergwäldern, macht Triesen zu einem herausragenden Beobachtungsstandort für Natur- und Vogelkundler.

512 Meter über Meer
(Ortszentrum)
~5 800 Einwohnerinnen
und Einwohner
26,8 km² Gemeindefläche 160+ Heimische Vogelarten
in Liechtenstein

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Blick in die Region

Liechtenstein · Triesen · Malbun · Vaduz — Öffentliche Kameras

📡

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🏰 Vaduz — Schloss-Panorama

433 m ü.M. · Blick Richtung Süden · Sonnenhof Vaduz
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⛰️ Pfälzerhütte — Malbun

2108 m ü.M. · Blick auf Alpenvereinshütte · Jeffrey Nigg AG
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Gefiederte Bewohner
Liechtensteins

Steinadler
📷 Böhringer Friedrich · CC BY-SA 2.5
Steinadler
Aquila chrysaetos

Majestätischer Greifvogel der Alpen. Nistet in felsigen Regionen, Spannweite bis 2,2 m.

GreifvogelAlpin
Turmfalke
📷 Zeynel Cebeci · CC BY-SA 4.0
Turmfalke
Falco tinnunculus

Meister des Rüttelns. Häufig über den Wiesen rund um Triesen.

GreifvogelStandvogel
Rotmilan
📷 Charles J. Sharp · CC BY-SA 4.0
Rotmilan
Milvus milvus

Eleganter Segler mit gegabeltem Schwanz. Wieder häufiger im Rheintal.

GreifvogelSelten
Mäusebussard
📷 Ken Billington · CC BY-SA 3.0
Mäusebussard
Buteo buteo

Häufigster Greifvogel Liechtensteins. Klagendes «Bii-jah»-Rufen.

GreifvogelHäufig
Mauersegler
📷 Pierre Dalous · CC BY-SA 3.0
Mauersegler
Apus apus

Schnellster Horizontalflieger (200 km/h). Sommergast ab Mai.

ZugvogelSommergast
Waldkauz
📷 Peter Trimming · CC BY 2.0
Waldkauz
Strix aluco

Häufigster Kauz Mitteleuropas. Charakteristisches «Hu-huuu» in Liechtensteins Wäldern.

EuleNachtaktiv
Weisser Storch
📷 Charles J. Sharp · CC BY-SA 4.0
Weisser Storch
Ciconia ciconia

Sommergast mit Horsten auf Dächern. Kehrt jedes Jahr aus Afrika zurück.

ZugvogelWiesenbrüter
Schwarzspecht
📷 Frank Vassen · CC BY 2.0
Schwarzspecht
Dryocopus martius

Grösster Specht Europas, lebt in alten Buchenwäldern.

SpechtWaldvogel
Flussregenpfeifer
📷 Marek Szczepanek · CC BY-SA 3.0
Flussregenpfeifer
Charadrius dubius

Kleiner Watvogel der Kiesbänke. Am Rhein bei Triesen zu beobachten.

WatvogelRheinufer
Eisvogel
📷 Andreas Trepte · CC BY-SA 2.5
Eisvogel
Alcedo atthis

Leuchtendes Juwel an Gewässern. Indikator für sauberes Wasser.

GewässervogelSelten
Wasseramsel
📷 Charles J. Sharp · CC BY-SA 4.0
Wasseramsel
Cinclus cinclus

Einziger tauchender Singvogel. An Gebirgsbächen wie der Samina.

GebirgsbachStandvogel
Rauchschwalbe
📷 Charles J. Sharp · CC BY-SA 4.0
Rauchschwalbe
Hirundo rustica

Bote des Sommers, legt 10'000 km nach Afrika zurück.

ZugvogelKulturfolger
🍃 · 🍃 · 🍃

Wilde Bewohner
Liechtensteins

Rothirsch
📷 Böhringer Friedrich · CC BY-SA 2.5
Rothirsch
Cervus elaphus

Grösstes Wildtier Liechtensteins. Lebt in Wäldern und alpinen Wiesen, bekannt für das imposante Geweih der Hirsche.

HuftierAlpinHäufig
Gämse
📷 Böhringer Friedrich · CC BY-SA 2.5
Gämse
Rupicapra rupicapra

Klettervirtuosin der Alpen. In den Felsen oberhalb von Malbun häufig anzutreffen. Symbol des alpinen Liechtenstein.

HuftierAlpinHäufig
Alpensteinbock
📷 Böhringer Friedrich · CC BY-SA 2.5
Alpensteinbock
Capra ibex

Majestätischer Bewohner der Hochalpen mit mächtigen Hörnern. Erfolgreiche Wiederansiedlung im Alpenraum.

HuftierAlpinSelten
Reh
📷 4028mdk09 · CC BY-SA 3.0
Reh
Capreolus capreolus

Häufigstes Wildhuftier. Bewohnt Waldränder, Felder und Gärten. Die Ricke zieht Kitze im Mai/Juni auf.

HuftierHäufig
Rotfuchs
📷 USFWS · Public Domain
Rotfuchs
Vulpes vulpes

Anpassungsfähiger Kulturfolger. In allen Lebensräumen verbreitet – von der Rheinebene bis in subalpine Lagen.

RaubtierHäufig
Europäischer Dachs
Meles meles

Baut ausgedehnte Erdburgen (Dachsbaue). Nachtaktiver Allesfresser in Laub- und Mischwäldern.

RaubtierNachtaktiv
Eurasischer Luchs
📷 Böhringer Friedrich · CC BY-SA 2.5
Eurasischer Luchs
Lynx lynx

Scheuer Grossrüde. Gelegentliche Durchzügler aus der Schweiz und Österreich. Symbol des Wildtierschutzes im Alpenraum.

RaubtierAlpinSelten
Wolf
Canis lupus

Seit der natürlichen Rückkehr ein gelegentlicher Gast. Durchwandert das Alpengebiet und erregt grosses öffentliches Interesse.

RaubtierSeltenStreng geschützt
Europäischer Biber
📷 Per Harald Olsen · CC BY-SA 3.0
Europäischer Biber
Castor fiber

Wasseringenieur. Am Rhein und seinen Zuflüssen wieder heimisch. Verändert Lebensräume zum Vorteil der gesamten Gewässerökologie.

GewässerSeltenGeschützt
Fischotter
📷 Kallerna · CC BY-SA 3.0
Fischotter
Lutra lutra

Eleganter Schwimmer an sauberen Gewässern. Sehr selten in Liechtenstein – Indikatorart für intakte Fliessgewässer.

GewässerSeltenGeschützt
Alpenmurmeltier
Marmota marmota

Beliebter Bewohner der Alpenwiesen. Hält Winterschlaf von Oktober bis April. Sein Pfeifton warnt die Kolonie vor Gefahr.

AlpinHäufig
Wildschwein
📷 4028mdk09 · CC BY-SA 3.0
Wildschwein
Sus scrofa

Wühler und Waldgestalter. Vermehrt in Wäldern und Feldrändern anzutreffen. Intelligent und sozial lebend in Rotten.

HuftierHäufigNachtaktiv
🍃 · 🍃 · 🍃

Lebensräume

Triesen vereint auf engem Raum eine beeindruckende Vielfalt an Ökosystemen – von der Rheinebene bis ins Hochgebirge.

🌊
Rheinauen

Dynamische Flusslandschaft mit Auenwäldern, Kiesbänken und Altarmen. Heimat von Biber, Fischotter und Eisvogel.

🌲
Mischwälder

Buchen, Eichen und Tannen bieten Rothirsch, Reh, Wildschwein und zahlreichen Kleinsäugern Deckung und Nahrung.

🏔️
Hochalpen

Ab 1800 m: Gämse, Steinbock und Murmeltier. Im Winter tief eingeschneit, im Sommer üppig blühend.

🌾
Kulturlandschaft

Strukturreiche Wiesen und Hecken als Rückzugsraum für Feldhase, Reh und Kleinraubtiere wie Iltis und Marder.

🏞️
Bergbäche

Samina, Valorschbach & Co. – saubere Gebirgsbäche als Lebensraum für Wasseramsel, Bachforelle und Fischotter.

🌿
Feuchtgebiete

Moore, Nasswiesen und Riedland im Talbereich beherbergen seltene Amphibien und Insektenarten.

🌿 · ✦ · 🌿

Fürstentum Liechtenstein · Volksüberlieferungen

Mythen, Sagen & Legenden

Vom Wildmann bis zum Rheingott — das immaterielle Kulturerbe des Alpenlandes

15Sagen & Legenden
6Kategorien
29Quellennachweise
15Freie Bilder
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🏔️

Naturgeister und Bergwesen

3 Einträge
Falknis-Massiv
📷 Falknis-Massiv · Wikimedia CommonsCC BY-SA 4.0
🗻
Nr. 01 · Naturgeister

Der Wildmann vom Falknis

Balzers · 2562 m ü. M.

Ein riesenhafter, haariger Berggeist, Hüter des Falknis-Massivs an der Grenze zu Graubünden.

Der Wildmann wurde als riesenhafter, von Kopf bis Fuss mit struppigem Haar bedeckter Mensch beschrieben, der in Felsspalten unterhalb des Gipfels lebte. Hirten berichteten von erschrecktem Vieh und umgeworfenen Alphütten.

Wer ihm mit Respekt begegnete – ihm einen Teil der Mahlzeit liess – dem wich er aus.

Volkskundler deuten die Figur als Personifikation der Naturkräfte des Hochgebirges. Um 1860 wurde eine Version in einem Triesenberger Schulheft festgehalten – einer der frühesten schriftlichen Belege für Liechtensteiner Sagen überhaupt. Das Motiv findet sich von den Pyrenäen bis zu den Karpaten.

BergwesenHirtenAlpenSeger 1965/66; Schädler 1916
Waldlandschaft
📷 Waldlandschaft · Gillis van Coninxloo (1544–1607) · Liechtenstein Museum / WikimediaGemeinfrei
🌲
Nr. 02 · Naturgeister

Die Trolle im Lawenawald

Triesen · Lawena-Tal

Kleine, erdbraune Waldgeister in den Schluchten des Lawena-Tals – ambivalente Wesen zwischen Helfer und Verführer.

Die Trolle des Lawena-Waldes waren kaum kniehoch, mit erdbrauner Haut und grossen, leuchtenden Augen. Mal halfen sie Holzfällern, mal zogen sie Wanderer mit täuschenden Lichterscheinungen vom Weg ab.

Als Schutz galten Vogelbeerzweige, Eisengegenstände an der Tür und Weihwasser auf der Schwelle.

Diese Überlieferungen sind eng verwandt mit dem alemannischen und walserischen Volksglauben der Nachbarregionen Vorarlberg und Graubünden. Das Gemälde aus dem Liechtensteinischen Museum zeigt eine historische Waldlandschaft – dicht, dunkel, von Nebel durchzogen.

WaldgeisterWechselbalgWalserVonbun 1858; Seger 1965/66
Burg Gutenberg, Balzers
📷 Burg Gutenberg, Balzers · Marek Gehrmann / WikimediaCC BY-SA 3.0
🐉
Nr. 03 · Naturgeister

Der Drache vom Gutenberg

Balzers · Burg Gutenberg (12. Jh.)

Ein feuerspeiender Drache haust unter der Burgruine Gutenberg – überwunden durch List statt durch Stärke.

Der Drache soll in einem unterirdischen Gang unter dem Burgfelsen gehaust haben. Er verliess sein Lager nachts, um Schafe und Menschen zu rauben.

Ein fremder Ritter mit einem mit Eisenspitzen besetzten Harnisch bezwang ihn: Als der Drache ihn umschlang, bohrten sich die Spitzen in seinen Leib.

Drachensagen sind im gesamten Alpenraum verbreitet und gelten als mythische Überhöhung von Naturgewalten. Burg Gutenberg (12. Jh.) ist eine der am besten erhaltenen Burganlagen Liechtensteins – heute Museum und Veranstaltungsort.

DracheBurgRitterSeger 1965/66; Herrmann 2007
👻

Geister und Wiedergänger

3 Einträge
Schloss Vaduz
📷 Schloss Vaduz · KPFC / WikimediaCC BY-SA 4.0
🕯️
Nr. 04 · Geister

Die Weisse Frau von Vaduz

Vaduz · Altstadt & Schlossweg

Eine weissgewandete Gestalt, die nachts durch Vaduz wandelt – Vorbote des Todes für jene Familien, deren Häuser sie passiert.

Die Erscheinung wurde als hochgewachsene Frau in langem weissem Gewand mit offenen Haaren beschrieben. Sie erschien bevorzugt in mondlosen Nächten. In den Häusern, die sie passierte, sollte bald ein Todesfall eintreten.

Die Sage der Weissen Frau ist eine der bekanntesten Gestalten des europäischen Geisterglaubens – ähnlich der irischen Banshee. In Vaduz existieren zwei Versionen: die Seele einer adeligen Dame des 13./14. Jh. oder eine Schlosswärterin, die ein Kind verlor.

WiedergängerOmenVaduzKaiser 1847; Seger 1965/66
Der Nachtmahr, Füssli 1781
📷 «Der Nachtmahr» (1781) · Johann Heinrich Füssli · WikimediaGemeinfrei
🌑
Nr. 05 · Geister

Der Nachtalp — «Schrättlig» und «Doggi»

Talgemeinden & Triesenberg

Ein formloser Druckgeist, der Schläfern auf die Brust sitzt und Albträume verursacht – heute als Schlafparalyse bekannt.

In den Talgemeinden hiess er «Schrättlig», in Triesenberg «Doggi». Das Wesen äusserte sich als drückende Macht, die Schlaflähmung und schwere Albträume verursachte. Schutzmaßnahmen: Schuhe verkehrt herum, Besen mit Stiel nach oben, Salz in die Ecken.

Die modernen Neurowissenschaften erkennen Schlafparalyse als physiologisches Phänomen, das diese Berichte erklärt. Füsslis Gemälde «Der Nachtmahr» (1781) ist die berühmteste Visualisierung dieses Volksglaubens.

SchlafgeistFolkloreSchutzritualSeger 1965/66; eHLFL
Nebelstimmung Alpenrheintal
📷 Nebelstimmung, Alpenrheintal · ASD / WikimediaCC BY-SA 3.0
🔮
Nr. 06 · Geister

Die Irrlichter im Rheintal

Liechtensteiner Rheintal

Flackernde Lichterscheinungen in den sumpfigen Rheinauen – Seelen jener, die zu Lebzeiten Grenzsteine verschoben hatten.

Vor der Rheinregulierung war das Tal eine ausgedehnte Sumpflandschaft. Sumpfgase wurden als Seelen gedeutet, die zur Strafe ewig durch das Moor irren mussten.

Schutz: Irrlicht ignorieren, ein Kreuz in die Luft zeichnen, ohne Umblicken weitergehen.

Mit der Rheinregulierung (abgeschlossen um 1900) verschwanden Sümpfe und Irrlichter. Das Motiv des Grenzstein-Verschiebens als schwerstes bäuerliches Vergehen findet sich in vielen europäischen Agrarkulturen.

SumpfGrenzsteinRheinSeger 1965/66; Schädler 1916

Religiöse Legenden

3 Einträge
Berglandschaft mit Pilgerkapelle
📷 Berglandschaft mit Pilgerkapelle · Jan Brueghel d.Ä. · Liechtenstein MuseumGemeinfrei
✝️
Nr. 07 · Legenden

Die Heilige Afra von Bendern

Bendern · Kirche St. Peter und Paul

Eine wundersame Lichterscheinung weist den Ort für die älteste Kirche Liechtensteins aus – verbunden mit der Märtyrerin Afra von Augsburg.

Archäologische Funde belegen Besiedlung seit der Römerzeit. Der Legende nach erschien eine Feuersäule an der heutigen Kirchenstelle. Eine Reliquie der heiligen Afra soll von Mönchen aus Augsburg nach Bendern gebracht worden sein.

Die Legende hat einen historischen Kern: die Gründung einer Missionskirche durch die fränkische Kirche in heidnisch geprägter Region. Bendern ist eng mit dem frühmittelalterlichen Bistum Chur verbunden.

HeiligenlegendeKirchengründungRömerzeitHerrmann 2007; eHLFL
Landschaft Steg–Triesenberg
📷 Steg–Triesenberg · A J Butler / WikimediaCC BY-SA 3.0
🕍
Nr. 08 · Legenden

Der Wallfahrtsort Maria Dux

Triesenberg · ca. 1050 m ü. M.

Eine Marienstatue kehrt dreimal wunderbar an denselben Waldplatz zurück – und weist so den Ort für eine Kapelle aus.

Ein Hirte findet eine leuchtende Marienstatue im Wald. Dreimal bringt er sie nach Hause, dreimal kehrt sie zurück. Beim dritten Mal versteht er: Maria hat diesen Ort erwählt. Der Wallfahrtsort existiert bis heute.

Die Gründungslegende folgt dem Schema der «Translationslegenden» – wie Einsiedeln (CH), Mariazell (AT) oder Loreto (IT). Die Wallfahrtstradition reicht mindestens ins Spätmittelalter zurück.

WallfahrtMariaTranslationslegendeSeger 1965/66
Alpenrheintal Richtung Schaan
📷 Alpenrheintal in Richtung Schaan · ASD / WikimediaCC BY-SA 3.0
🪨
Nr. 09 · Legenden

Der Teufelstein bei Schaan

Schaan · Ortszentrum

Der Teufel schleudert einen riesigen Felsblock auf die Kirche von Schaan – im letzten Moment abgelenkt durch den Schutzengel der Gemeinde.

Der Teufel wollte die Kirche vernichten, weil das Glockenläuten ihm unerträglich war. Der Schutzengel lenkte ihn ab; der Stein schlug neben der Kirche ein. Auf der Oberfläche sollen die Krallenmale des Teufels sichtbar sein.

«Teufelssteine» sind in Mitteleuropa häufige ätiologische Sagenmotive, die das Vorhandensein auffälliger Felsblöcke erklären. Schaan war als römische Militärstation «Castra» seit der Antike bedeutsam.

TeufelssageKircheÄtiologischKaiser 1847; Seger 1965/66
🧙

Hexen und Zauberei

2 Einträge
Hexen beim Sabbat
📷 Hexen beim Sabbat (1510) · Hans Baldung Grien · WikimediaGemeinfrei
🌙
Nr. 10 · Hexen

Die Hexen vom Triesenberg

Triesenberg · 17. Jahrhundert

Hexenüberlieferung und reale Hexenprozesse im Walserdorf Triesenberg – eines der dunkelsten Kapitel Liechtensteins.

In der Walpurgisnacht sollen Hexen auf Besen gefahren sein. Historisch belegt: Zwischen 1648 und 1680 wurden in der Grafschaft Vaduz mehrere Menschen angeklagt, gefoltert und hingerichtet.

Manfred Tschaikner legte 1998 die grundlegende Aufarbeitung vor (JBL Bd. 96). Die Prozessakten werden im Liechtensteinischen Landesarchiv aufbewahrt.

HexenprozesseWalser17. Jh.Tschaikner 1998; Seger 1957
Gaflei-Plateau
📷 Gaflei-Plateau (1480 m ü. M.) · WikimediaCC BY-SA 4.0
🔥
Nr. 11 · Hexen

Der Hexensabbat auf dem Gaflei

Gaflei · ca. 1480 m ü. M.

Auf dem Hochplateau des Gaflei sollen sich Hexen und Zauberer versammelt haben – in christlicher Umdeutung ein Teufelssabbat.

Der Teufel erschien als schwarzer Bock, Hexen tanzten rückwärts um ein Feuer. Hirten berichteten von seltsamen Lichtern und dem Geruch von Schwefel. Am Morgen sollen verbrannte Stellen im Gras bezeugt haben.

Die Sage dürfte auf vorchristliche Kulttraditionen zurückgehen. Höhenplateaus galten als Orte, an denen die Grenze zwischen den Welten besonders dünn war. Das heutige Gaflei bietet Panoramablick über das Rheintal.

HexensabbatVorchristlichBergkultSeger 1965/66
🦅

Tier- und Schatzlegenden

2 Einträge
Vaduz Stahlstich 1866
📷 Vaduz mit Schloss, Stahlstich 1866 · WikimediaGemeinfrei
🏰
Nr. 12 · Schatzlegenden

Der Schatz unter Schloss Vaduz

Vaduz · Schloss (12. Jh.)

Tief unter dem Fundament des Schlosses lagert ein unermesslicher Schatz – bewacht von einem schlafenden Ritter oder einem verdammten Geist.

In einem verschlossenen Gewölbe lagern Gold, Edelsteine und Reliquien. Drei Bedingungen muss der Schatzsucher erfüllen: schweigen, allein kommen, einen vergessenen Schlüssel mitbringen. Alle Versuche scheiterten.

Schatzlegenden unter Burgen sind europaweit verbreitet. Otto Seger sammelte mehrere Varianten: «Die Jungfrau auf Gutenberg», «Die weisse Hand» und «Der Schatz auf St. Mamerten» (Seger 1965/66, Nr. 51–54).

SchatzBurgRitterSeger 1965/66, Nr. 51–54
Rothirsch
📷 Rothirsch, Wildpark Feldkirch · Böhringer Friedrich / WikimediaCC BY-SA 2.5
🦌
Nr. 13 · Schatzlegenden

Der goldene Hirsch im Eschnerberg

Eschnerberg · Grenze zu Vorarlberg

Ein schneeweisser Hirsch mit goldenem Geweih erscheint nur in der Sonnwendnacht – ein einziges Haar seines Schweifs schenkt dauerhaften Reichtum.

Der goldene Hirsch erschien nur zu Mittsommer bei Vollmond, bewegte sich lautlos. Nur wer aus reiner Herzensreinheit wartete, dem näherte sich der Hirsch von selbst und liess ein Haar fallen.

Der weisse oder goldene Hirsch ist ein uraltes Symbol in der keltischen und germanischen Mythologie, oft als Bote der anderen Welt gedeutet. Das Christentum übernahm das Motiv (Hirsch als Symbol Christi).

HirschSonnenwendeKeltischVonbun 1858; Seger 1965/66
🌊

Sagen vom Rhein

2 Einträge
Alpenrheintal
📷 Alpenrheintal, Liechtenstein–Schweiz · WikimediaCC BY-SA 4.0
💧
Nr. 14 · Rhein-Sagen

Der Rheingott — «Der Alte vom Rhein»

Liechtensteiner Rheintal

Der Rhein als launischer, bärtiger Geist, dem man mit Opfergaben gnädig stimmte – bis die Regulierung seinen Zorn für immer bannte.

Die grossen Rheinhochwasser (1762 und 1868) wurden als Zornausbruch des «Alten vom Rhein» gedeutet. Müller und Fischer warfen Brot, Münzen und Kräuter ins Wasser – die Praxis hielt sich bis ins 19. Jh.

Die Personifikation des Rheins als Gottheit reicht bis in keltische und germanische Antike zurück. Die Rheinregulierung (1840–1900) beseitigte die Hochwassergefahr und damit auch die ehrfurchtsvolle Verbundenheit mit dem Wasser.

FlussgottHochwasserOpferritualKaiser 1847; Seger 1965/66
Rheinebene bei Vaduz
📷 Rheinebene bei Vaduz · WikimediaCC BY-SA 4.0
🏚️
Nr. 15 · Rhein-Sagen

Die versunkene Stadt

Liechtensteiner Rheintal

Eine reiche Stadt sank in einer einzigen Nacht in den Rhein – zu Weihnachten hört man noch immer ihre Kirchenglocke aus der Tiefe.

Durch Hochmut und Gottlosigkeit zog eine reiche Rheinuferstadt den Zorn des Himmels auf sich. In einer einzigen Nacht versank die Stadt spurlos.

Seither höre man genau um Mitternacht zu Weihnachten das Läuten der versunkenen Kirchenglocke.

Archäologische Funde belegen, dass Römer und frühmittelalterliche Siedler im heutigen Überschwemmungsgebiet Häuser bauten, die durch Hochwasser zerstört wurden. Das Bild zeigt die heutige Rheinebene bei Vaduz – früher das häufig überflutete Auengebiet.

Versunkene StadtGlockeMythosSeger 1965/66; Vonbun 1858
📚

Quellennachweise

Primär- & Sekundärliteratur

A · Primärquellen / Sagensammlungen

Q 1

Peter Kaiser: Geschichte des Fürstenthums Liechtenstein. Chur 1847. — Erste gedruckte Sagen-Erwähnungen.

Q 2

Franz Josef Vonbun: Die Sagen Vorarlbergs. Feldkirch 1858. — Erste Sagensammlung mit liechtensteinischem Anteil.

Q 3

Albert Schädler: Sagensammlung, in: JBL, Bd. 16, Vaduz 1916. — Erste rein liechtensteinische Sammlung.

Q 4

Eugen Nipp: Sagenaufzeichnungen, in: JBL, Bd. 24, Vaduz 1924.

Q 5

H. F. Walser: Sagenumwobene Heimat. Vaduz 1948.

Q 6

Otto Seger: Sagen aus Liechtenstein. JBL Bd. 65, 1965; Separatdruck Nendeln 1966. — Erste vollständige Sammlung.

Q 7

Otto Seger: Nachtrag, in: JBL, Bd. 73, Vaduz 1973, S. 231–248.

Q 8

Herbert Hilbe: Sagen aus Liechtenstein. 2 Bde. van Eck Verlag, Triesen 2011 & 2017.

Q 9

Triesenberger Schulheft (Handschrift, um 1860). Liechtensteinisches Landesarchiv, Vaduz.

B · Wissenschaftliche Literatur

Q 10

Manfred Tschaikner: «Der Teufel und die Hexen…». Hexenverfolgungen in Liechtenstein. JBL Bd. 96, 1998, S. 1–198.

Q 11

Otto Seger: Der letzte Akt im Drama der Hexenprozesse. JBL Bd. 57, 1957, S. 135–227.

Q 12

Cornelia Herrmann: Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein. Bern: GSK 2007.

Q 13

Gotthilf Isler: Die Sennenpuppe. Basel 1971.

Q 14

Ursula Brunold-Bigler: Hungerschlaf und Schlangensuppe. Bern: Haupt 1997.

Q 15

Leander Petzoldt: Dämonenfurcht und Gottvertrauen. Darmstadt 1989.

C · Lexika, Archive & Online

Q 16

Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein online (eHLFL). historisches-lexikon.li

Q 17

Jahrbuch des Historischen Vereins FL (JBL). Open Access: eliechtensteinensia.li

Q 18

Liechtensteinisches Landesarchiv (LiLA), Vaduz. Hexenprozessakten 17. Jh.

Q 19

Liechtensteinisches Landesmuseum, Vaduz. landesmuseum.li

🖼️

Bildnachweise & Lizenzen

15 Bilder

Alle Bilder stammen von Wikimedia Commons (CC BY-SA oder Gemeinfrei).

Nr. 1 · Falknis-Massiv
Maienfeld_Falknis_02.JPG
Wikimedia Commons
CC BY-SA 4.0
Nr. 2 · Waldlandschaft (Lawenawald)
Forest Landscape – van Coninxloo
Gillis van Coninxloo · Liechtenstein Museum
Gemeinfrei
Nr. 3 · Burg Gutenberg, Balzers
Balzers_Burg_Gutenberg.JPG
© Marek Gehrmann / Wikimedia
CC BY-SA 3.0
Nr. 4 · Schloss Vaduz
Schloss Vaduz 2015
KPFC / Wikimedia
CC BY-SA 4.0
Nr. 5 · «Der Nachtmahr» (1781)
John_Henry_Fuseli – The_Nightmare
Johann Heinrich Füssli
Gemeinfrei
Nr. 6 · Rheintal im Nebel
Feldkirch-Rheintal-Fog-02.jpg
ASD / Wikimedia
CC BY-SA 3.0
Nr. 7 · Berglandschaft mit Pilgerkapelle
Mountain Landscape – Jan Brueghel
Jan Brueghel d.Ä. · Liechtenstein Museum
Gemeinfrei
Nr. 8 · Steg–Triesenberg
Nr. 9 · Alpenrheintal, Schaan
Frastanz-Alpenrheintal-01ASD
ASD / Wikimedia
CC BY-SA 3.0
Nr. 10 · Hexensabbat (1510)
Baldung_Hexen_1508_kol.JPG
Hans Baldung Grien
Gemeinfrei
Nr. 11 · Gaflei-Plateau
Clinicum_Alpinum_in_Gaflei.jpg
Wikimedia
CC BY-SA 4.0
Nr. 12 · Vaduz, Stahlstich 1866
Die_Gartenlaube_(1866)_b_053
«Die Gartenlaube», Leipzig
Gemeinfrei
Nr. 13 · Rothirsch, Feldkirch
Rothirsch, Cervus_elaphus_02
© Böhringer Friedrich / Wikimedia
CC BY-SA 2.5
Nr. 14 · Alpenrheintal
2018-05-12_Alpine_Rhine_Valley
Wikimedia
CC BY-SA 4.0
Nr. 15 · Rheinebene bei Vaduz
Ebene_bei_Vaduz_mit_Schloss
Wikimedia
CC BY-SA 4.0

Lizenzhinweise · CC BY-SA: Nennung des Urhebers und gleiche Lizenz bei Weiterverwendung erforderlich. · Gemeinfrei: Werke von Autoren, die vor über 100 Jahren verstorben sind. · CC BY-SA 4.0 · CC BY-SA 3.0 · CC BY-SA 2.5

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